09.12.2012

Nachtrag: Monatszusammenfassung Oktober

Hallo zusammen!


Feldlerche (Alauda arvensis) - Die 108. Art, die von uns beringt werden konnte
Wie bereits angekündigt, ist die Beringung des Herbstzugs 2012 am 30.11. abgeschlossen worden. Während ich aktuell bereits an der Auswertung der Daten arbeite und definitiv in den nächsten Wochen eine erste kurze Veröffentlichung an dieser Stelle plane, gibt es vorab noch die Monatszusammenfassung für den Oktober. Parallel läuft übrigens auch noch die Beringung der Wintergäste an einer im Biotop eingerichteten Futterstelle, sofern Zeit und Wetter das erlauben.

Rauchschwalbe (Hirundo rustica) (27.10.2012)
Für den Oktober gibt es leider kein großes Highlight zu vermelden, aber immerhin die 108. Art, die im IKEA-Biotop beringt werden konnte: Die Feldlerche (Alauda arvensis). Bislang gelang noch kein Fang dieser recht häufigen Art, vor allem, weil geeignete Rastflächen im Biotop fehlten. Nun wurde gezielt ein ca. 15x15 Meter großes Areal umgestaltet, um diese Art und andere Offenlandbewohner anzulocken. Im Rahmen mehrerer nächtlicher Fangaktionen konnten insgesamt 72 Lerchen gefangen werden, am 10.10.2012 wurde dabei mit 56 gefangenen Individuen ein erstes Rekordergebnis aufgestellt.
 

 
Eine kleine Überraschung gab es noch am 27.10. mit der spätesten Rauchschwalbe (Hirundo rustica), die je in Lisdorf beringt werden konnte. Eine Schwalbe macht bekanntlich keinen Sommer und so ist auch diese kein Indikator für einen späten Zug oder ein gutes Brutergebnis. Man kann sie lediglich als Zufallsfang verbuchen, nicht zuletzt deswegen, weil Beobachtungen Ende Oktober im Saarland regelmäßig gemacht werden.
  
(Alpen-)Birkenzeisig (Carduelis [flammea] cabaret)
Nach 2010 dieses Jahr wieder auf dem Herbstzug gefangen
Mehr Details zur zweiten Zughälfte und zur Gesamtauswertung folgen dann schon bald, ebenso die Monatszusammenfassung November. Hier nun die Fangzahlen für den Oktober:


Viele Grüße im Namen des gesamten Teams,
Sebastian Kiepsch

06.11.2012

Nachtrag: Monatszusammenfassung September

Hallo zusammen!

Wiesenpieper (Anthus pratensis) - Zum ersten Mal seit 4 Jahren wieder gefangen



Schon länger haben wir nichts mehr von uns hören lassen, das heißt aber nicht, dass die Beringung ruht. Im Gegenteil, trotz der sehr knappen Zeit versuchen wir, so oft es geht vor Ort zu sein. Leider bleibt im Zuge dessen auch nur sehr wenig Zeit, mal wieder etwas auszuwerten und zu schreiben. Ein umfassender Bericht wird daher auf die Zeit nach der Herbstzugberingung verschoben. Diese ist voraussichtlich Ende des Monats November beendet (abhängig vom Wetter und dem Zugverhalten).

An dieser Stelle daher nur die kurz die Zusammenfassung für den September. Durchaus erfreulich: Es gab mehr Arten und Individuen als 2011! Leider aber keine großen Besonderheiten.

Viele Grüße,
Sebastian Kiepsch

24.09.2012

Herbstzug 2012 - Ein Zwischenbericht

Hallo zusammen!

Auch 2012 wieder gefangen: Ein Gelbspötter (Hippolais icterina) - Im Saarland ein seltener Anblick!
Die Beringung des Herbstzugs 2012, die von Anfang August bis Mitte November statt findet, hat nun etwa Halbzeit erreicht. Das bietet die Zeit, mal zurückzublicken auf die bisherigen Ergebnisse der Beringungsaktionen.

Allgemein: Wenig Zeit - viele Arten!

Bekassine (Gallinago gallinago) - schon der zweite Fang 2012
Leider bleibt unserem ehrenamtlichen Team nicht so viel Zeit wie in den Vorjahren, um die Beringung tagtäglich durchzuführen. Bislang wurde aber versucht, doch an mindestens 2-3 Tagen in der Woche vor Ort zu sein. Natürlich wirkt sich dies erheblich auf die Gesamtberingungszahlen aus, die wohl auch in diesem Jahr wie schon 2011 nicht weit über die 5000 Individuen kommen werden, aber immerhin: Die Artenvielfalt ist da! Schon jetzt wurde das Vorjahresergebnis von 65 beringten Arten übertroffen mit bislang 68 beringten Arten und dabei fehlen noch einige fast sichere Arten, die erst später auf dem Zug auftreten.


Phänologie: Wo bleiben die Mönche?

(KLICKEN ZUM VERGRÖSSERN)
Fangstatistik für Mönchsgrasmücken (MGM) und Teichrohrsänger (TRS),
aufgetragen nach der Zeit in Monatsdritteln (z.B. A1: 01.-10. August)
Bemerkenswert in diesem Jahr ist der relativ späte Zug der Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla), der fast 10 Tage später als sonst eintrat. Im Vergleich mit den Teichrohrsängern (Acrocephalus scirpaceus), die ihren Zughöhepunkt vergleichbar mit den Vorjahren erreichten, fällt bei den Mönchsgrasmücken ein großer Unterschied auf. Interessant wird sein, ob der Zug auch länger anhält, oder ob es ein kurzer, heftiger Durchzug dieser Art wird.

Rastvögel: Drosselrohrsänger weg, alle anderen da!

Die juvenilen Weibchen des Blaukehlchens (Luscinia svecica)
zeigen noch nicht die namensgebende Brustzeichnung. Die rot-
schwarzen Schwanzfedern sind aber auch hier schon vorhanden!
Während im letzten Jahr zu den länger anwesenden Gästen auch mehrere Drosselrohrsänger (Acrocephalus arundinaceus) zählten, fehlen diese 2012 komplett. Gegen Ende der Brutzeit wurden noch Durchzügler gefangen, aber auf dem Herbstzug konnte kein einziges Exemplar nachgewiesen werden. Im Gegensatz dazu sind die bislang 12 Blaukehlchen (Luscinia svecica) und 3 Rohrschwirle (Locustella luscinioides) umso erfreulicher. Bemerkenswert sind auch die durchweg langen Aufenthaltszeiten der Blaukehlchen mit teilweise mehreren Wochen! Das Gebiet scheint dieser Art also genügend Nahrung zu bieten, vielleicht rückt eine Brut im IKEA-Biotop in den Bereich des Möglichen.

Durchzügler: Gewinner und Verlierer 

In diesem Jahr seltener als in den Vorjahren:
Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus)
Neben den hochkarätigen Gästen treten in diesem Jahr Arten wie Feldschwirl (Locustella naevia), Fitis (Phylloscopus trochilus) und Nachtigall (Luscinia megarhynchos) mit leicht gesteigerter Zahl auf (+10-20%).
Gartengrasmücken (Sylvia borin), Gartenrotschwänze (Phoenicurus phoenicurus) und Wendehälse (Jynx torquilla) sind 2012 nahezu genauso häufig wie 2011.
Eingebrochen sind die Fangzahlen hingegen bei Schilfrohrsängern (Acrocephalus schoenobaenus), Neuntötern (Lanius collurio) und Dorngrasmücken (Sylvia communis), mit einem Wert von jeweils nur etwa 40% des Erwartungswerts aus den Vorjahren. Ob dies ein Effekt der wenigen Beringungstage ist oder auf ein schlechtes Brutergebnis hindeutet, kann nicht eindeutig gesagt werden, interessant ist also, ob an anderen Standorten ähnliche Ergebnisse auftreten.

Highlights: Kein Seggenrohrsänger, dafür Gelbkopfschafstelze


Gelbkopf-Schafstelze (Motacilla [flava] flavissima) - Zweitnachweis im Gebiet

Tja, auch in diesem Jahr konnte am "Saarländischen Tag des Seggenrohrsängers" (10.08., an diesem Datum konnten 2009 und 2010 insgesamt 3 Exemplare beringt werden ) wieder kein Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola) gefangen werden. Bislang lässt dieser sehr seltene Vertreter der Rohrsänger auch auf sich warten. Nachdem im letzten Jahr aber Ende September noch ein Fang erfolgen konnte, haben wir die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben.
Erfreulich hingegen ist der Zweitnachweis der Gelbkopfschafstelze (Motacilla [flava] flavissima) im IKEA-Biotop. Nach 2009 konnte diese Unterart der Schafstelze, die auf den Britischen Inseln und in Holland brütet, zum zweiten Mal beringt werden. Die große Zeit der Highlights kommt aber erst: In der zweiten Zughälfte ist verstärkt mit dem Auftreten sogenannter "Irrflügler" zu rechnen, die von ihrer eigentlichen Zugstrecke abweichen und nach Mitteleuropa verdriftet werden. Mal sehen, was da noch so kommt...

Viele Grüße im Namen des gesamten Teams,
Sebastian Kiepsch


Monatszusammenfassung August: